Das Cloud-Phänomen – Pro und Contra der digitalen Wolken

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Hätte jemand vor 30 Jahren gesagt, dass er all seine Daten “irgendwo in den Wolken” ablegt, alle hätten ihn für verrückt erklärt. Doch die Clouds, diese externen Datenspeicher, auf die Sie überall zugreifen können, sind immer beliebter. Mitgeliefert bekommen die Anwender in der Regel die gesamte IT-Infrastruktur: Speicherplatz, Rechenleistung und Anwendungssoftware. Laut Statistischem Bundesamt lag die Zahl der Unternehmen, die 2018 Cloud Computing betrieben, bereits bei 19%. Tendenz weiter steigend. Die Wolken dienen nicht nur der Speicherung von Daten (z.B. Tabellen, Dateien, E-Mails…) , sondern stellen auch Software im Finanz- und Rechnungswesen, CRM-Software (Customer-Relationship-Manager) oder Rechenkapazität für Unternehmenssoftware zur Verfügung. Was macht die Cloud so attraktiv? Was sind die Haken dieser digitalen Datensicherung? Lesen Sie im Folgenden, was Sie als UnternehmerIn über die digitalen Wolken wissen sollten.

Pro Cloud – Was die Wolke kann

 

  • Effizienz
    Informationen fließen schneller, da betriebliche Prozesse zügiger ablaufen. Einer der wichtigsten Gründe, um sich näher mit der Cloud zu beschäftigen.
  • Unkompliziertheit
    Einfache Bedienung, auch ungeschulte Mitarbeiter können sich schnell in Cloud-Computing einarbeiten.
  • Örtliche und zeitliche Flexibilität
    Flexible Nutzung von verschiedenen Standorten und Endgeräten aus.
  • Kapazität
    Die Menge der gespeicherten Daten beeinflusst die Speicherkapazität des Rechners nicht. Vorbei sind die Zeiten von Backups auf mühsam ratternden, externen Festplatten.
  • Innovation
    Neue, digitale Geschäftsmodelle werden entwickelt, z.B. basierend auf:

IaaS (Infrastructure as a Service).

Als UnternehmerIn können Sie Hardware direkt beim Anbieter mieten. Je nach Ihrem Wachstum können die Kapazitäten flexibel erweitert werden, die Kosten bleiben überschaubar. Beispiele für IaaS sind Amazon EC2, azure oder interroute.   

PaaS (Platform as a Service)

Mit PaaS mieten Sie Hard- und Software eines Anbieters für eine bestimmte Zeit, um skalierbare Anwendungen zu erstellen. Das kann z.B. interessant sein, um als Unternehmen eine neue Plattform zu testen. Beispiele für PaaS sind google app engine, ibm oder mysql workbench.

CaaS (Communications as a Service)

Wenn Sie Kommunikations-Lösungen für Ihr Unternehmen benötigen, ist CaaS eine gute Möglichkeit. Die entsprechenden Dienstleister bieten Hard- und Software an, mit der Sie Instant Messaging, Videokonferenzlösungen oder Voice Over gestalten können. Anbieter sind beispielsweise docker, coreos oder amazon ecs.  

XaaS (Anything as a Service) oder EaaS (Everything as a Service)

Wie der Name schon sagt: Wer dieses Cloud-Modell bucht, bekommt alle Dienstleistungen zur Verfügung gestellt. Angeboten wird dieser Service zum Beispiel von xaas-evolution, gedys-intraware oder t-systems.

-> All diese Cloud-Services haben gemeinsam, dass sie Strukturen zur Verfügung stellen, über die Ihr Unternehmen womöglich (noch) nicht verfügt. Das spart also Anschaffungskosten, stattdessen mieten Sie Wolkenraum.

  • Schutz vor Datenverlust

Keine Informations-/Datenverluste mehr, denn Sie können die Cloud nicht wie früher Ihre Speichermedien “verlegen” oder “kaputt machen”, aber… und hier kommt das Contra:

Contra Cloud – Schwierigkeiten auf Wolke Sieben

 

  • Problematik Datensicherheit

Datensicherheit kann nicht zu 100% gewährleistet werden. Es gibt auch bei den großen Unternehmen immer wieder Hackerangriffe, bei denen Unternehmensdaten verloren gehen oder veröffentlicht werden. Beispiele aus den letzten Jahren sind Adobe Systems, Sony und Yahoo. Die Datensicherheit ist meist das Hauptargument gegen Cloud-Dienste.

Folgende Grundsätze schaffen mehr Datensicherheit für Ihr Unternehmen:

  • Wählen Sie einen der etablierten Anbieter!

Viel Erfahrung bringt bessere Sicherheitsmaßnahmen. Diese Anbieter von öffentlichen Clouds sind z.B. schon sehr lange im Geschäft:

Dropbox

owncloud

Google drive

Microsoft OneDrive

Azure

Amazon AWS

mega

 

  • Achten Sie auf eine bestmögliche Verschlüsselung!

Am besten ist eine AES-256-Bit-Verschlüsselung. Außerdem sollte Ihr Cloud-Anbieter keine Möglichkeit haben, die Daten selbst zu Entschlüsseln und, bevor es in die Wolken geht, sollten diese bereits verschlüsselt sein. Wem die öffentliche Cloud dennoch zu wagemutig erscheint, der erstellt sich am besten eine Private Cloud.

Entscheiden Sie sich für ein deutsches Unternehmen!

Damit unterliegen Ihre Daten der Einhaltung deutscher Datenschutzrichtlinien. Wer amerikanischen Anbietern misstraut, hat so eine Extra-Sicherheit. Achtung: Entscheidend ist, wo die Server des Anbieters stehen. Dropbox hat dieses Sicherheitsbedürfnis der Kunden erkannt und bietet für Unternehmen die Möglichkeit, Daten auf deutschen Servern zu speichern.

Deutsche Cloud-Anbieter sind:

Eine Cloud braucht eine große Rechenleistung und somit viel Strom. Wenn wir dauerhaft alle unsere Daten in der Cloud speichern, wird das Umwelttechnisch problematisch. In Deutschland gab es bereits 2017 über 50.000 Rechenzentrum. Eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beauftragte Studie des Fraunhofer-Instituts hat errechnet, dass bis 2020 20% des deutschen Stromverbrauch für Informations- und Kommunikationstechnik genutzt werden.

Eine Lösung wäre es, die digitalen Technologien zu nutzen, um effizient Strom zu sparen, z.B. mit Smart City Konzepten. Die neuen Tools machen auch im eigenen Unternehmen ein neues umweltfreundliches Wirtschaften möglich und nötig.

  • Problematik Abhängigkeit

Wenn Sie Cloud-Computing nutzen, dann sind Sie auf einige Faktoren angewiesen. Sie sind abhängig von:

… von einem guten Netzausbau
Für viele deutsche KMUs auf dem Land ist das immer noch ein großes Problem. Statt 5G ist bei Ihnen noch lange nicht 3G angekommen.

 

… vom Anbieter

Von einem Cloudanbieter sind alle abhängig, die sich nicht für die private Wolke entscheiden. Dieser könnte insolvent gehen oder nicht genügend Service oder Speicherkapazitäten zur Verfügung stellen. Außerdem vertrauen Sie diesem Anbieter auch die Datensicherheit an.

… von der IT-Kompetenz

Wenn Sie im eigenen Unternehmen keine IT-Experten haben, wird der Alltag schwierig. Von der Kompetenz der jeweiligen Anbieter abhängig zu sein bedeutet auch: Sie haben keinen Vergleich, Ihnen kann man jedes Angebot andrehen. Deshalb ist eine gute IT-Abteilung die Grundlage jeder Cloud-Nutzung.

Fazit: Ist die Cloud für Unternehmen sinnvoll?

Ja, aber … Jedes Unternehmen sollte seinen eigenen Umgang mit der Cloud finden. Und zwar nicht nur generell, sondern in jedem einzelnen Unternehmensbereich: Überlegen Sie sich für jede Abteilung, ob Cloud-Computing sinnvoll ist! Wenn Sie Experten für die Datensicherheit haben und ein individuelles Cloud-Konzept für Ihr Unternehmen ausgearbeitet wurde, dann bietet die virtuelle Wolke für Bereiche wie CRM (Customer-Relationship-Management), CMS (Content Management System), Projektmanagement, Sicherheit oder Datenspeicherung große Chancen. Sie kennen jetzt die Probleme und können selbst Teil der Lösung sein. Entwickeln Sie stromsparende Software, schlagen Sie den öffentlichen Clouds ein Schnippchen oder werden Sie gleich selbst zum neuen deutschen Cloud-Anbieter? Die Zukunft wird wolkig – arbeiten Sie mit daran, dass dieser Satz positiv klingt!

Nutzen Sie bereits Cloud-Computing in Ihrem Unternehmen? Berichten Sie uns in den Kommentaren, was für Sie Pro und Contra der digitalen Wolken ist!

 

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