Der digitale Wandel beginnt in Ihrem Kopf

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Wer mag schon Veränderungen? Seien wir ehrlich: Am liebsten wollen wir alles so bequem und einfach wie möglich. Daran ist nichts Verwerfliches. Doch wer immer sitzen bleibt, kommt schlecht voran – oder wird von der Konkurrenz überholt. Das ist besonders in einer Welt, die ständig im Wandel ist, gefährlich für Unternehmer. Was Heraklit schon wusste, trifft unser digitales Zeitalter auf den Punkt: “Die einzige Konstante im Universum ist der Wandel”. Aber wie können Sie sich selbst für Veränderungen öffnen? Wie fangen Sie an? Und noch schlimmer: Wie erklären Sie die vielen Neuheiten Ihren Mitarbeitern und Kunden? Lesen Sie in diesem Artikel, wie Sie die Angst vor Neuem besiegen und von der GeschäftsführerIn mit rauchendem Kopf zum Vordenker für brandaktuelle Ideen werden. Frei nach dem Motto: Vorangehen ist besser als still stehen.



Veränderungen – warum jetzt?

Aktuell verändert sich unsere Wahrnehmung von Arbeit. Dieser Prozess ist nicht rein äußerlich. Die neuen Technologien sind nur Ausdruck dieses Wandels. Vielmehr begann auch diese Entwicklung in den Köpfen – in denen der Generation Y/ “Why”. Die zwischen 1980 und 2000 Geborenen haben ein anderes Verständnis von Arbeit – sie ist nicht mehr der einzige Lebensinhalt wie in den vorangegangenen Generationen: Die Yler wünschen sich Selbstverwirklichung und Sinngebung. Sie wollen eine intrinsische Motivation für ihr Tun und nicht nur ein gutes Gehalt. Auch die Work-Life-Balance spielt für sie eine wichtige Rolle.

Welche Folgen hat dieses Umdenken für Unternehmer?

  • Die Unternehmensstrukturen sind im Wandel
    Die Yler wollen nachvollziehbare Entscheidungen und scheuen sich nicht vor Verantwortung. Somit gehören flache Hierarchien zur Unternehmensstruktur der Zukunft. Diese Veränderungen zuzulassen oder sogar anzutreiben ist einer der wichtigsten Denkprozesse für ein digitales Unternehmen.
  • Die Arbeitsatmosphäre wird wichtiger Wer hochmotivierte Mitarbeiter will, der muss Ihnen etwas bieten. Reicht es etwa nicht, wenn Sie jedem einen neuen PC vor die Nase stellen? Nein, die Büros müssen modernen Arbeitsstandards angepasst werden. Übersetzt in Millennials-Deutsch, für die frisch geschlüpften Kinder der 2000er Jahre heißt das also: Ihr Unternehmen muss hipper werden. Die Work-Life-Balance muss bereits am Arbeitsplatz gefördert werden mit Fitnessräumen, Waschsalons, Kinderbetreuung etc. Die Einrichtung und Beleuchtung sollte jetzt aber nicht frisch aus einem Werbespot für eine 60er-Jahre-Serie stammen. Wichtig ist, dass Inhalt und Hülle übereinstimmen. Denn die “neuen” Arbeitgeber wissen, was sie erwarten können und die Guten haben die Wahl, wo sie arbeiten wollen.

  • Arbeitsprozesse werden vernetzt Papierberge schaden nicht nur der Arbeitsatmosphäre, sondern sind auch ineffizient. Durch die Speicherung von Daten in Clouds verändern sich Arbeitsprozesse: Mitarbeiter arbeiten gemeinsam an sogenannten Living Documents, die stetig weiterentwickelt werden. Kommunikation findet viel über Chats, E-Mails, Video-Messenger und andere digitale Netzwerke statt. Besser ist, Sie schlagen schon mal nach, was LOL, OMG und Wayne bedeutet? Ja, das schadet nicht, aber Studien (wie diese von Tech Smith) zeigen vor allem, dass besonders Millennials auf eine stärkere Bildsprache scharf gestellt sind. Visueller Content in Form von Graphiken, Erklärvideos, Screenshots gehört also zur Kommunikation eines digitalen Unternehmens.

Wieso sollte ich als Unternehmer der Generation Y nachlaufen?

Die Generation Y hat ein großes Kapital: Ihren inneren Antrieb. Laut einer Studie von Deloitte glaubt nur ein Drittel aller Millennials, dass ihr Arbeitgeber ihre Fähigkeiten vollständig nutzt. Gleichzeitig finden 75% der Befragten, dass die Unternehmen sich mehr auf die eigene Agenda als auf die Verbesserung der Gesellschaft konzentrieren. Im Umkehrschluss heißt das: Wenn Sie es als Unternehmer schaffen, den Ylern und Millennials einen tieferen Sinn ihrer Arbeit zu vermitteln, dann sind diese produktiver. Damit lässt sich Arbeit effizienter machen, Geld sparen und mehr Zufriedenheit auf beiden Seiten gewinnen.

Machen Sie sich Ihr eigenes “Digital Mindset”

Der Wandel ist nicht einfach da, sobald eine neue Maschine im Raum steht. Ändern Sie zuerst die Denkweisen und schaffen Sie danach die technischen Grundlagen für die Digitalisierung! Ihr wichtiges Mittel ist ein “Digital Mindset“. Damit setzen Sie Standards für Ihre Unternehmenskultur, die sowohl Manager, Mitarbeiter als auch Kunden mit ins Boot holen soll. Wichtig ist, dass Sie Ihr eigenes Konzept finden. Es muss zu Ihrem Unternehmen und zu Ihrer Zielgruppe passen. Welche Vorteile könnte die Digitalisierung Ihnen konkret bringen? Denken Sie Ihr “Digital Mindset” vom Ergebnis aus! Welche Betreuung kann zusätzlich in der digitalen Welt für Ihre Kunden geschaffen werden?

Erst wenn dieses Gesamtkonzept steht, können Sie daraus konkrete Maßnahmen ableiten. Die Weiss + Appetito Communication GmbH wurde 2018 mit dem Digital Champion Award ausgezeichnet weil sie es sich zum Ziel gemacht haben, Kunden bei der Bedienung von Geräten zu unterstützen. So können beispielsweise Schließfächer mit einer App statt mit Bargeld geöffnet werden. Die Entwicklung dieser Technologie war also eine Folge der Mindsets: Was brauchen unsere Kunden zur Vereinfachung Ihrer Geräte? Digitalisierung ist keine Frage einer (un-)fähigen IT-Abteilung. Im Gegenteil: Eine fähige IT-Abteilung basiert auf der Umstrukturierung des gesamten Unternehmens und vor allem einer Umstrukturierung im Kopf.

So gelingt der Wandel in Ihrem Unternehmen

Folgende Tipps sind hilfreich, wenn Sie die Digitalisierung Ihrer Firma angehen wollen:

1. Tipp: Sehen Sie immer das große Ganze!

Nicht zuerst das Forschungszentrum einrichten und dann den Mitarbeiter sagen, Sie sollten jetzt alle digital denken. Wandel muss gleichzeitig auf allen Strukturebenen erfolgen und eine Unternehmenskultur als Basis haben.

2. Tipp: Nehmen Sie Ihren Mitarbeitern die Angst!

Ängste blockieren Neuerungen. Es ist unerlässlich, dass Ihre Mitarbeiter den Prozess mitgehen – manche brauchen dafür länger als andere. Der Technologiekonzern Fujitsu hat beispielsweise ein Konzept entwickelt, ältere Mitarbeiter zu schulen. Dafür gibt es auf der Führungskräfte-Ebene eigens entwickelte Fortbildungsmaßnahmen zum Thema “Change Management”.

Mitarbeiter sollten für die Digitalisierung in folgenden Bereichen gefördert werden:

  • Abstraktionsvermögen
  • Medienkompetenz
  • Selbstorganisation
  • digitale, soziale Kompetenz
  • allgemeine Lernkompetenz

3. Tipp: Kommunizieren Sie gut nach innen und außen!

Sie sollten Ihre Mitarbeiter nicht nur praktisch schulen, sondern auch theoretisch: Vermitteln Sie Ihnen, welche eigenen Werte und Ziele Ihr Unternehmen verfolgt. Der Veränderungsprozess Ihrer Firma sollte auch nach außen getragen werden: Storytelling hilft. Mit dieser interaktiven Kommunikation zwischen Publikum und Erzähler können Sie die Geschichte Ihres Unternehmens darstellen. Glaubwürdigkeit ist auf dem digitalen Markt entscheidend. Deshalb arbeiten Sie daran, Ihre Haltung (Digitales Mindset) zu kommunizieren.

4. Tipp: Bleiben Sie wachsam für Neues!

Ein ständiges Interesse an Neuigkeiten ist wichtig. Egal, ob Technologien, Führungsmodelle oder Vorgehensweisen – der Wandel ist ein langfristiger Prozess und muss immer wieder neu angestoßen werden. Das gilt nicht nur für Ihre Mitarbeiter, sondern auch für die Person, die gerade ganz entspannt diese Zeilen liest und denkt: “Sollen die anderen mal machen”.

Wie Kunden den digitalen Wandel mitgehen

Ihr “Digital Mindset” setzt die Verbesserungen für Ihren Kunden in den Mittelpunkt. Mit dieser Methode bleibt der Kunde König. Trotzdem haben viele Unternehmer Sorge, dass Käufer abspringen könnten, sobald die Neuerungen kommen. Das wichtigste Mittel gegen diese verständliche Angst ist die ständige Kommunikation mit Ihren Kunden. Und die ist dank Digitalisierung so einfach wie noch nie:

1. Tipp: Werten Sie Ihre Daten aus!

Die Digitalisierung ermöglicht Ihnen die Speicherung von großen Datenmengen über die Vorlieben Ihrer Kunden und Ihre Gewohnheiten. Nutzen Sie diese Möglichkeit, um an essentielles Wissen über Ihre Zielgruppe zu kommen.

2. Tipp: Nehmen Sie Verbesserungsvorschläge an!

Verbraucherinfos im Netz, Vergleichsportale, Bewertungstabellen und vieles mehr – die Digitalisierung scheint ein wahres Sprengstofflager für Kritik. Schlau ist, wer aus dieser vermeintlichen Angriffsfläche eine Stärke macht. Hören Sie hin, was die Kunden sich anders wünschen.

3. Tipp: Setzen Sie die Neuerungen um!

Reden Sie nicht nur davon, dass Ihr Unternehmen modern sei, weil Sie mittlerweile in fast allen Büros WLAN haben. Gehen Sie den Schritt und setzen Sie die Vorschläge Ihrer Kunden und die Rückschlüsse aus den Daten um!

4. Tipp: Sagen Sie den Kunden, was Ihr Mehrwert ist!

Wenn die Kunden nicht verstehen, was Ihnen die Digitalisierung bringt, werden Sie abspringen. Sie müssen die von Ihnen bereits im “Digital Mindset” genannten Verbesserungen kommunizieren, erklären, bewerben. Langfristig spüren die Kunden die positiven Veränderungen selbst.

Viele Branchen haben in den letzten Jahren gezeigt, wie solch eine Kommunikation mit dem Kunden aussieht. In der Finanzbranche machen beispielsweise die Fintechs und Direktanbietern den etablierten Banken Konkurrenz. Sie bieten z.B. vereinfachte Zahlungsmethoden per Klick auf dem Smartphone. Ähnlich verhält es sich mit dem Car-Sharing, das sich mehr und mehr als Mobilitätskonzept der Zukunft auf dem Markt etabliert. Viele Kunden wollen kein Auto, müssen aber dennoch mobil sein. Dieses Konzept basiert auf dem Bedürfnis der Kunden.

Die Schranken im Kopf überwinden

Wenn Ihr Kopf so weit ist, ist der größte Schritt bereits getan. Denn ein solcher Kopf steckt weitere an – die neuen Technologien sind nur die Konsequenz. Wer sein Unternehmen umgestellt hat, bemerkt die Vorteile im Firmenalltag: Die Digitalisierung erleichtert die Arbeit und ermöglicht Einsparungen. Damit wird Ihr Unternehmer nicht nur effizienter, sondern Sie erreichen auch eine höhere Zufriedenheit auf Seiten von Arbeitgebern- und nehmern. Voraussetzung ist aber, dass Sie allen Mitarbeitern und Kunden das Gefühl geben, dass digital auch wirklich besser ist. Wirkliche Veränderung ist etwas anderes als der reine Slogan. Dann kann die Notwendigkeit zum Wandel eine Chance sein.

Und … wie ist das bei Ihnen?

Was hält Sie davon ab, die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen voranzutreiben? Oder wie haben Sie schon Ihre Schranke im Kopf überwunden? Erzählen Sie uns in den Kommentaren von Ihren Erfahrungen mit digitalen Unternehmensstrukturen. Wir freuen uns auf eine rege Diskussion!

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