Böse Viren, ein Hardwareausfall oder ein menschliche Fehler - und schon ist die Arbeit von Stunden oder gar Tagen und Monaten verloren. Besonders für digitale Unternehmen wird die Sicherung ihrer Daten immer wichtiger. Der Verlust bedeutet nicht nur Stress und Zeitaufwand für die Mitarbeiter und Kollegen: Für Ihre Kunden geht es um Datenschutz, für Sie um Ihre Firmengeheimnisse und letztendlich geht es natürlich ums Geld.

Die Hacker sind zwar auch hinter dem neuesten Modell für Flugmobilität her (sollten Sie eines haben), aber sie greifen am liebsten direkt nach Ihrem Online-Vermögen. Die guten alten Sicherungskopien von Ordnern, Dateien und Betriebssystemen reichen also nicht. Es braucht eine Offline- und Online-Datensicherung. Aber wie ist hier die richtige Strategie für ein Unternehmen? Lesen Sie im folgenden Artikel alles über den richtigen Ablageort für Ihre Backups und alles, was Sie sonst noch über Datensicherung wissen müssen.

Drei einfache Regeln zur Datensicherung

Die meisten kennen oder ahnen sie, die wenigsten halten sich privat daran. In Unternehmen aber sind diese Regeln unbedingt empfehlenswert:

Mehr als eine Kopie

Wenn die Kopie ebenfalls verloren geht, gibt es immer noch die Kopie der Kopie. Nutzen Sie dafür unterschiedliche Speichermedien online und offline.

Mehr als ein Speicherort

Ist ein Speicherort bedroht, bleibt der andere erreichbar. Als Unternehmen braucht es dafür eine richtige Strategie und im besten Fall einen Daten-Administrator. Unbedingt aber eine Zugangsbeschränkung zu dem Speicherort Ihrer Wahl.

Öfter als einmal im Jahr

Regelmäßigkeit ist bei der Datensicherung wichtig - nur so geht nichts verloren. Zu Ihren Grundüberlegungen gehören also die Fragen: Wie oft erstellt Ihr Unternehmen Sicherungskopien und wie lange bewahren Sie diese auf?

Offline-Backup-Tools zur Datensicherung

Die klassischen Tools haben ihren Vorteil: Die meisten können Sie sich in die Tasche stecken und mitnehmen. Aber genau hier liegt auch der Haken für digitale Unternehmen mit großen Online-Datenmengen: Diese Methoden können zusätzliche Sicherheit bieten, haben aber nicht ausreichende Kapazitäten.

Folgende Tools sollten Sie dennoch in Ergänzung zum Online-Backup nutzen:

  • externe Festplatten
  • NAS-Geräte
  • RDX-Medien
  • Magnetband
  • CDs, DVDs, Blu Ray...

Online-Backup-Tools zur Datensicherung

Wenn Sie Ihre Daten online sichern, dann werden diese im Rechenzentrum des Providers gespeichert. Die jeweiligen Anbieter nutzen also die Cloud, um große Datenmengen abzulegen. Außerdem gibt es Software-Tools, die umfangreiche Backup- und Recovery-Lösungen für Unternehmen anbieten. Diese laufen über FTP (File-Transport-Server) und sind für KMUs oft eine gute Alternative. In beiden Fällen können Sie Ihre Unternehmensdaten automatisch und regelmäßig sichern lassen. Diese Möglichkeiten zum Online-Backup gibt es:

Einen File-Transport-Server nutzen

Die Daten werden bei den meisten Anbietern vor dem Transport zum FTP-Server verschlüsselt und komprimiert. Die fortgeschrittene Version heißt SFTP (Secure-File-Transport) und baut nur eine Verbindung zwischen Client und Server auf.

Mögliche Anbieter:

  • acronis Backup
  • The Personal FTP
  • ashampoo Backup
  • quick `n easy
  • nova Backup
  • filezilla

Vorteile

  • kostenlos
  • Zugriff über Kennwort von jedem Browser möglich
  • viele Anbieter mit Zeitsteuerung

Uhrzeiten und Intervalle einstellbar

  • mehrere Back-Up-Generationen erstellbar
  • Code zur Verschlüsselung festlegbar, kein Zugriff vom Anbieter möglich
  • Internetzugang als einzige Voraussetzung
  • einfache Handhabung, kein Administrator nötig

Nachteile

  • besteht seit den 1970ern, dementsprechend nicht mehr ganz frisch
  • Wartungs- und Verwaltungskosten
  • keine Benachrichtigung bei fehlerhaften Datenübertragung
  • Datensicherheit wird auch bei SFTP angezweifelt

Einen öffentlichen Cloud-Anbieter nutzen

Die Daten in einer Cloud zu speichern wird immer selbstverständlicher. 65% aller Unternehmen nutzen laut bikom Software, Speicher und Rechenleistung aus der Wolke eines Software-Anbieters. Natürlich auch zur Datensicherung.

Mögliche Anbieter:

  • Dropbox
  • owncloud
  • Google drive
  • Azure
  • Amazon AWS
  • mega

Vorteile

  • Zugriff von unterschiedlichen Standorten und Geräten aus möglich
  • Sicherung außerhalb des eigenen Unternehmens
  • Einfache Bedienung
  • Keine Investitionen in teure Server-Hardware
  • Keine Verlangsamung des Speichermediums durch große Datenmengen
  • IT-Administrationsaufwand gering
  • Support bei Problemen

Nachteile

  • Meist nur bei sehr kleinen Datenmengen kostenfrei
  • Datensicherheit kann nicht zu 100% gewährleistet werden

2013 fielen alle getesteten Cloud-Anbieter bei Stiftung Warentest durch. Heute bestehen bessere Verschlüsselungsmethoden, dennoch garantiert kein Anbieter die Sicherheit der Daten. Die größte Angst der Unternehmen ist also berechtigt, die großen etablierten Cloud-Anbieter arbeiten jedoch ständig an der Weiterentwicklung. Mittlerweile ist z.B. eine ISO 27001-Zertifizierung verpflichtend.

Datenschutzrecht im jeweiligen Cloud-Server-Land

Die US-Anbieter behandeln die gespeicherten Daten nach amerikanischem Datenschutzrecht. Wer deutsche Gesetzgebung will, sollte daher auch einen deutschen Anbieter suchen.

Die Dienstleister als Mitwisser

So schön es ist, wenn die Daten außerhalb des eigenen Unternehmens sind, so schwierig ist auch hier die Sicherheit. Anders ausgedrückt: Wer kontrolliert die Kontrolleure der Speicherserver?

Eine private Cloud für das eigene Unternehmen

Für Unternehmen kann es durchaus sinnvoll sein, sich seinen eigenen Cloud-Server mit der jeweiligen Software zu bauen. Dazu wird ein sogenanntes NAS-System (Netzgebundener Speicher) ins Unternehmens-Netzwerk integriert. Insgesamt benötigt diese Datensicherung mehr technischen und verwalterischen Aufwand - bringt aber auch mehr Sicherheit.

Mögliche Anbieter

  • nextcloud
  • datev
  • owncloud
  • mycloud

Vorteile

  • beinahe grenzenloser Speicher möglich
  • flexibler Zugang von verschiedenen Geräten
  • zusätzliche Sicherheitsanforderungen einstellbar
  • Daten bleiben im eigenen Unternehmen
  • geschützter Raum mindert Sicherheitsrisiken
  • Private Cloud kann mit dem Unternehmen wachsen
  • Unabhängigkeit vom Anbieter
  • eine von der IT gesteuerte Cloud, statt vieler “heimlicher”   Nutzer der öffentlichen Cloud

Nachteile

  • nicht kostenlos
  • Installation und Verwaltung am besten durch IT-Spezialisten
  • Kein Support bei Problemen

Digitale Sicherheit mit Strategie

Wer die drei Regeln einer guten Datensicherung befolgen will, der weiß bereits, was jetzt kommt: Die Mischung macht’s. Grundsätzlich ist von keiner Speichermethode weder offline, noch online abzuraten. Die Private Cloud ist aktuell die sicherste Lösung, hier lohnt sich also eine Investition. Dennoch verzichten Sie lieber nicht auf ursprüngliche Backups, denn wer weiß: Vielleicht schaltet ja jemand irgendwann heimlich das Internet ab. Ganz ernst nehmen sollten Sie jedenfalls die Ausarbeitung einer Strategie zur Datensicherung für Ihr Unternehmen. Beantworten Sie vor allem die Fragen, wer sich um die Back-Ups kümmert, wann diese gemacht werden und wie der Zugriff geregelt ist. Nichts fürchten böse Viren und Hacker mehr als ein digitales Unternehmen, das sich ausführlich mit seiner Online-Sicherheit beschäftigt hat.

Haben Sie schon einmal große Datenverluste hinnehmen müssen? Erzählen Sie uns Ihre persönliche Horrorgeschichte in den Kommentaren.