VAI-Kunden im Gespräch: Peter Leiter von The SO Company

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Die perfekte Balance zwischen Wissenschaft und Natur – das macht asiatische Premium-Kosmetik aus. The SO Company aus München bringt die hochwertigen Produkte nach Europa. Geschäftsführer Peter Leiter berichtet uns im Gespräch von den Herausforderungen, Visionen und Erfolgsrezepten seines Unternehmens.

VAI: Welche Vision verfolgen Sie mit Ihrem Unternehmen?

Peter Leiter: Wir sind in Europa der größte Distributor für asiatische Premium-Kosmetik, die zum Beispiel aus Südkorea, Japan, Hongkong und Thailand kommt. Die meisten unserer Kunden wohnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wir verkaufen nicht nur an Endkonsumenten direkt, sondern beliefern auch größere Drogerie-Ketten. Unser Ziel ist es, die Position als größter Distributor weiter zu stärken und unsere Produkte auch in anderen europäischen Ländern wie Spanien, Italien, Benelux und Großbritannien zu vertreiben. Außerdem möchten wir noch mehr Eigenmarken launchen.

VAI: Für was für einen Einkauf haben Sie die VAI Einkaufsfinanzierung in Anspruch genommen und warum?

Peter Leiter: Wir wachsen gerade sehr stark. Die meisten Waren, die wir einkaufen, kommen aus Südkorea. Für einen Einkauf bei diesen Lieferanten hat VAI Trade uns unterstützt. Wir wollen die Einkaufsfinanzierung in Zukunft auch noch für andere Lieferanten verwenden und den Finanzierungsrahmen peu à peu erhöhen.

VAI: Was hat die VAI-Einkaufsfinanzierung ermöglicht, das sonst nicht funktioniert hätte?

Peter Leiter: Die erhöhte Liquidität ist ein großer Vorteil für uns. Wir haben damit deutlich mehr Flexibilität, vor allem beim Warennachkauf. Dadurch müssen wir nicht warten, bis alle Zahlungen eingegangen sind. Denn das ist Riesenproblem im B2C-Bereich – man muss die Ware einkaufen und an ganz viele Kunden verkaufen. So kann es manchmal Wochen dauern, bis man den Gewinn in der Tasche hat.

Portrait Peter und Lucy Leiter
Peter und Lucy Leiter – Die Köpfe hinter The SO Company

VAI: Was sehen Sie als größte finanzielle Herausforderung für Unternehmen Ihrer Branche?

Peter Leiter: Bei uns in der Branche sind bei manchen Retail-Partnern Zahlungsziele von bis zu 90 Tagen normal. Das ist natürlich ein Problem für Distributoren und macht eine Einkaufsfinanzierung unerlässlich.

VAI: Was sehen Sie als die größte Herausforderung für Ihr Unternehmen und wie gehen Sie damit um?

Peter Leiter: Weil wir Premium-Kosmetik aus Asien vertreiben, sind die meisten Produkte erklärungsbedürftig. Viele europäische Kunden kennen die Vorteile asiatischer Kosmetik noch nicht. Der Abverkauf ist deshalb oft nicht ganz so hoch wie bei bekannteren Produkten. Aber gerade Korea und Japan sind was Kosmetik angeht unglaublich innovativ, dabei entstehen hochwirksame Produkte, die den europäischen Marken überlegen sind. Deshalb betreiben wir sehr viel Educational Marketing, um den Leuten die Vorteile aufzuzeigen.

VAI: Wie stehen Sie zum Thema Digitalisierung und welche Prozesse in Ihrem Unternehmen haben Sie bereits digitalisiert?

Peter Leiter: Wir haben generell eine digitale DNA, weil wir mit dem Online-Shop ShiShi Chérie angefangen haben. Soziale Medien sind auch sehr wichtige Marketing-Kanäle für uns. Wir machen bezahlte Werbung auf Facebook und Instagram. Außerdem betreiben wir Retargeting-Maßnahmen über Google. Wir achten fleißig darauf, dass wir immer wieder alle Prozesse optimieren und evaluieren und auf neue Trends aufspringen.

VAI: Was war bisher das größte Erfolgserlebnis für Ihr Unternehmen?

Peter Leiter: Mich freut besonders, dass wir stetig sehr viel gutes Feedback bekommen. Unsere Produkte bekommen jede Menge positive Bewertungen auf unserer Seite. Als wir vor dreieinhalb Jahren das Unternehmen gegründet haben, hatte ich tatsächlich eher Bedenken, ob unsere Konsumenten die Produkte auch tatsächlich verstehen und ob wir unser Educational Marketing richtig machen – aber anscheinend ist alles gut gelaufen. Kunden bedanken sich sogar bei uns, das hatte ich gar nicht erwartet. Außerdem macht es mich sehr stolz, dass wir scheinbar ein gutes Händchen dafür haben, die richtigen Produkte ins Sortiment aufzunehmen, den Online-Shop richtig zu kuratieren und den Konsumenten helfen, das richtige Produkt zu finden. Das ist immer wieder eine große Challenge. Schließlich kommt in Europa nicht alles gut an, was für asiatische Konsumenten zur Hautpflege-Routine gehört.

VAI: Was sind Ihre unternehmerischen Ziele für die nächsten 12 Monate?

Peter Leiter: In den nächsten 12 Monaten legen wir unseren Fokus auf stationäre Läden. Wir planen einen Store in München, in dem wir ein einmaliges Erlebnis anbieten möchten, einen Ort, an dem es nicht nur um den Verkauf um Kosmetik geht, sondern um eine Einkaufserfahrung auf einem ganz neuen Level. Wir überlegen zum Beispiel, eine Patisserie in den Shop zu integrieren. Es geht um ein Lifestyle-Gefühl. Wir möchten einen Ort schaffen, an den Frauen gemeinsam gehen, um eine schöne Zeit zu verbringen. Dabei wird sich natürlich vieles um das Thema Beauty drehen, aber auch um Genuss generell, zum Beispiel kulinarisch. Wir haben das Konzept gerade ausgearbeitet und fangen jetzt mit dem Standort München an. Auf längere Sicht wollen wir das Projekt ausrollen und auch Stores in Hamburg, Berlin und anderen europäischen Städten eröffnen.

VAI: Welches Ihrer Produkte hat Ihre Kunden innerhalb des letzten Jahres besonders begeistert

Peter Leiter: Besonders gut gelaufen ist SO! Rose, ein natürlicher Gesichtstoner. Der wurde sowohl über unseren Online-Shop als auch unsere Retail-Partner wie Rossmann, Flaconi und Shop Apotheke enorm gut verkauft. Wir haben außerdem vor kurzem eine neue Marke aufgenommen, The Lotus, das sind Hautpflegeprodukte auf Lotus-Basis. Die gesamte Produktlinie läuft extrem gut.

SO! Rose – ein Erfolgsschlager aus eigener Federführung

VAI: Welche Charaktereigenschaften sollte ein Unternehmer Ihrer Meinung nach mitbringen, damit sein Unternehmen erfolgreich ist?

Peter Leiter: Ganz besonders wichtig ist der feste Glaube an seine Ziele. Und Durchhaltevermögen. Es gibt immer wieder Tiefpunkte, in denen man viel in Frage stellt. Wichtig ist, dranzubleiben und nicht aufzugeben.

VAI: Aus welchem Fehler in Ihrer Vergangenheit haben Sie besonders viel gelernt?

Peter Leiter: Man sollte als Unternehmer flexibel genug sein, das Geschäftsmodell wenn nötig anzupassen. Manchmal muss man einen anderen Weg einschlagen, um sein Ziel zu erreichen. Manche Unternehmer sind da zu stur, das kann ein Fehler sein. Auch bei uns hatten viele eine sehr klare Idee davon, wie wir unsere Vision verfolgen, aber der Markt hat da anders reagiert. Wir haben zum Beispiel mit etwas günstigeren Marken angefangen, haben dabei aber schnell gesehen, dass unsere Zielgruppe auf der Suche nach Premium-Produkten ist, nach hochwertigen Produkten, die auch etwas teurer sein dürfen. Dass unsere Kunden bereit sind, etwas mehr auszugeben, hat uns überrascht. Die günstigeren Produkte sind dagegen in Europa nicht so gut angekommen. Aber schließlich haben wir Flexibilität bewiesen und uns entsprechend ausgerichtet; inzwischen sind wir ein reiner Premium-Anbieter. Das war eine gute Entscheidung.

VAI: Welche Tipps können Sie anderen Unternehmern auf den Weg geben?

Peter Leiter: Ich würde jedem Unternehmer raten, dass zu machen, was ihm wichtig ist. Was auch immer das ist, er sollte emotional dahinter stehen und nicht nur einem Trend hinterherlaufen, weil er glaubt, damit viel Geld verdienen zu können. Das zahlt sich unterm Strich nicht aus. Wenn keine Leidenschaft da ist, wird man in dem Moment, in dem es mal nicht so gut läuft, sofort aufgeben. Man muss dafür brennen.

VAI: Haben Sie ein Vorbild?

Klar sind da gewisse Leute, die mich inspirieren, wie zum Beispiel Steve Jobs. Der hat immer wieder gesagt, man muss Vertrauen und Glauben haben, sich auf seine Vision einlassen, dann wird sich alles fügen. Wenn man an etwas nicht glaubt, funktioniert es nicht, das ist im Leben generell so, nicht nur im Unternehmertum. Viele Menschen wollen von Anfang an sehen, wie man zum Endziel kommt, aber das ist eben nicht möglich, man muss vertrauen, loslassen, sich auf die Reise einlassen. Die nächsten Schritte ergeben sich dann oft automatisch. Generell faszinieren mich Unternehmer, die gegen den Strom geschwommen sind und selbst bei Hürden und Widerständen weitergemacht haben. Auch wenn andere gesagt haben, das ist nicht möglich. Sie sind drangeblieben, haben an ihre Vision geglaubt und haben sich durchgesetzt. Diese mentale Stärke finde ich großartig. Jeff Bezos von Amazon ist da ein gutes Beispiel. Auch den hat man am Anfang ausgelacht – inzwischen wissen wir alle, was aus Amazon geworden ist. Egal in welcher Industrie, es sind gewisse Muster erkennbar, die zum Erfolg führen.

VAI: Herr Leiter, wir danken Ihnen für das Gespräch!

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